Zeichensätze und Zeichencodierungen

In einer Mailliste gab es mal die Frage wie man die pol­ni­schen dia­kri­ti­schen Zei­chen in für deut­sche Spra­che kon­fi­gu­rier­ten Rech­nern oder Web­sei­ten ver­wen­den kann. Da­mit er­ge­ben sich im­mer wie­der mal Pro­ble­me. Vie­le ken­nen die Zu­sam­men­hän­ge nicht und wis­sen des­halb bei feh­ler­haf­ter Dar­stel­lung sol­cher Zei­chen nicht, wie Ab­hil­fe zu schaf­fen ist. Ei­gent­lich ist das gar nicht so schwer. Man muß nur aus­ein­an­der­halten was ge­ra­de pas­siert, denn es gibt meh­re­re Mög­lich­kei­ten Tex­te zu über­tra­gen und meh­re­re mög­li­che Feh­ler­quel­len. Ge­ne­rell kön­nen Zei­chen als Zei­chen­co­des (Zahl), als be­nann­te Zei­chen oder ähn­lich wie be­nann­te Zei­chen in nu­me­ri­scher Ko­die­rung über­tra­gen wer­den. Letz­te­res kann je­doch nicht über­all ver­wen­det wer­den und es sind auch nicht für alle Zei­chen be­nann­te Zei­chen vor­han­den.

Ob und wie das Zeichen beim Em­pfänger dar­ge­stellt wird, hängt dann noch da­von ab, wel­che Schrift­art (Font) zur Dar­stel­lung des Tex­tes ver­wen­det wird. In Web­sei­ten wird die zu ver­wen­den­de Schrift­art meist de­kla­riert. Der Brow­ser ver­wen­det je­doch eine Er­satz­schrift­art, wenn in der Web­sei­te kei­ne Schrift­art de­kla­riert ist, oder die de­kla­rier­te beim Be­su­cher gar nicht in­stal­liert ist. Au­ßer­dem ent­hal­ten nicht alle Schrift­ar­ten den­sel­ben Zei­chen­vor­rat.

Ich kann hier jedoch keine Hilfe­stel­lung zu Ein­stel­lun­gen ein­zel­ner Be­triebs­sy­ste­me oder An­wen­dun­gen ge­ben. Hier muß der in­te­res­sier­te Le­ser sich selbst mit der Do­ku­men­ta­tion sei­ner Pro­gram­me be­schäf­ti­gen.

Zeichencodes

Wird ein Text gespeichert oder über­tra­gen, dann wird im Re­gel­fall an­stel­le der ein­zel­nen Zei­chen de­ren nu­me­ri­scher Co­de­wert (eine Zahl) über­tra­gen, für ein gro­ßes A bei­spiels­wei­se die 65, für das Leer­zei­chen die 32. Da­mit da­raus beim Em­pfän­ger wie­der die rich­ti­gen Zei­chen ent­ste­hen kön­nen, muß klar sein wel­cher Zei­chen­satz da­bei zu ver­wen­den ist. Auf ei­nem ein­zel­nen Rech­ner oder in ge­schlos­se­nen Sy­ste­men, bei de­nen alle mit der glei­chen Soft­ware ar­bei­ten, ist das kein Pro­blem. Wenn je­doch nicht be­kannt ist wo­mit der Em­pfän­ger ar­bei­tet, dann muß der Zei­chen­satz an­ge­ge­ben wer­den. Die­se De­kla­ra­tion wird vor dem ei­gent­li­chen Text über­tra­gen, gilt in der Re­gel für den ge­sam­ten Text und ist bei Mail, News und Web­sei­ten glei­cher­ma­ßen nö­tig. Bei Web­sei­ten wird die­se De­kla­ra­tion vom Brow­ser des Be­su­chers dann aus­ge­wer­tet, wenn der Web­ser­ver dazu kei­ne An­ga­be per HTTP-Pro­to­koll über­mit­telt hat. Es gibt eine Rei­he von Zei­chen­sät­zen, so­wohl mit 8 als auch mit 16 und mehr Bit zur Ko­die­rung ei­nes ein­zel­nen Zei­chens.

Mit einem 8-Bit-Zeichensatz lassen sich theo­re­tisch ma­xi­mal 2^8 = 256 Zei­chen ko­die­ren. Von die­sen 256 ge­hen aber noch eine gan­ze An­zahl für Steu­er­zei­chen wie Zei­len­vor­schub, Wa­gen­rück­lauf, Ta­bu­la­tor usw. ab. Ohne­hin las­sen sich mit den 256 mög­li­chen Zei­chen nicht alle welt­weit be­nö­tig­ten Zei­chen dar­stel­len, denkt man bei­spiels­wei­se an man­che asia­ti­sche Schrif­ten mit ih­ren Un­men­gen an Zei­chen. Nicht ein­mal die in Eu­ro­pa ver­wen­de­ten Spra­chen las­sen sich mit 256 Zei­chen voll­stän­dig ab­bil­den. Des­halb gibt es meh­re­re 8-Bit-Zei­chen­sät­ze. Die ge­bräuch­lich­sten sind ISO-8859-1 bis -15, es gibt aber wei­te­re 8-Bit-Zei­chen­sät­ze wie Win­dows-1252. Die er­sten 128 Zei­chen sind in der ISO-8859-Rei­he iden­tisch, sie ent­spre­chen zu­gleich dem 7-Bit-ASCII-Zei­chen­satz, der frei von dia­kri­ti­schen Zei­chen (Um­lau­te usw.) ist. Er ent­hält ne­ben den Steu­er­zei­chen die Buch­sta­ben A bis Z und a bis z, die Zif­fern 0 bis 9, die Satz­zei­chen und die gän­gig­sten Son­der­zei­chen. In den Zei­chen ober­halb 128 sind beim ISO-8859-1 un­ter an­de­rem die deut­schen Um­lau­te, ß und wei­te­re Son­der­zei­chen un­ter­ge­bracht. Die an­de­ren ISO-8859 ent­hal­ten dort dem­ent­spre­chend je­weils et­was an­de­re Zei­chen. Die pol­ni­schen Buch­sta­ben sind im ISO-8859-2 zu fin­den, der aber eben­falls die deut­schen Um­lau­te und ß ent­hält. Des­halb kann man mit ISO-8859-2 Tex­te schrei­ben, die so­wohl deut­sche als auch pol­ni­sche dia­kri­ti­sche Zei­chen ent­hal­ten. Schreibt man nun ei­nen pol­ni­schen Text und läßt sich den dann als ISO-8859-1 an­zei­gen, dann wird aus dem ł (Code 179) eine hoch­ge­stell­te 3 (eben­falls Code 179) usw. Die deut­sche Um­lau­te blei­ben da­bei so­gar er­hal­ten, denn sie lie­gen in ISO-8859-1 und -2 auf den­sel­ben Co­des. Die ISO-Zei­chen­sät­ze kann man sich hier an­se­hen.

Mit einem 16-Bit-Zeichensatz lassen sich 2^16 = 65536 Zei­chen dar­stel­len. Der ge­bräuch­lich­ste ist UTF-8, der je­doch kein rei­ner 16-Bit-Zei­chen­satz ist. Die er­sten 128 Zei­chen ent­spre­chen auch hier dem ASCII-Zei­chen­satz und be­nö­ti­gen nur ein Byte (8 Bit). An­de­re Zei­chen be­le­gen im UTF-8 bis zu vier Byte. Mit UTF-8 wer­den alle in Eu­ro­pa und Ame­rika ver­wen­de­ten amt­li­chen Spra­chen ab­ge­deckt. Sein Zei­chen­vor­rat ent­hält auch ei­nen gro­ßen Teil der asia­ti­schen Schrift­zei­chen, je­doch las­sen sich mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den 16 Bit nicht alle Zei­chen sämt­li­cher asia­ti­schen Spra­chen ab­decken. Wäre UTF-8 be­reits durch­gän­gig Stan­dard, dann ent­stün­de ein Teil der noch zu be­ob­ach­ten­den Feh­ler nicht mehr.

Probleme können jetzt dadurch entstehen, daß Sen­der und Em­pfän­ger nicht den­sel­ben Zei­chen­satz ver­wen­den. Ur­sa­che ist häu­fig, daß vom Sen­der der Zei­chen­satz nicht de­kla­riert (an­ge­ge­ben) ist und des­halb dem Em­pfän­ger­pro­gramm nicht be­kannt ist. In News­grup­pen ist bei­spiels­wei­se Out­look-Ex­press seit je­her da­für be­kannt stan­dard­mä­ßig kei­ne Zei­chen­satz­de­klara­tion mit­zu­schicken. In sol­chen Fäl­len ver­wen­det das Pro­gramm des Em­pfän­gers den dort ein­ge­stell­ten De­fault-Zei­chen­satz, in D eben oft ISO-8859-1 und schon sind die pol­ni­schen Buch­sta­ben futsch. Ein wei­te­res Pro­blem kann sein, daß im Pro­gramm des Em­pfän­gers die dort ein­ge­stell­te Schrift­art das dar­zu­stel­len­de Zei­chen gar nicht ent­hält. An sol­chen Stel­len er­scheint dann oft ein Frage­zei­chen, ein Recht­eck, ein Leer­zei­chen oder das Zei­chen wird ganz aus­ge­las­sen. Auch in Web­sei­ten ist in der Re­gel eine Zei­chen­satz­de­klara­tion nö­tig. In den Web­sei­ten deut­scher Dis­kus­sions­fo­ren oder Mail­li­sten ist oft ISO-8859-1 an­ge­ge­ben. Pol­ni­sche Buch­sta­ben per Zei­chen­co­des wer­den also in der Web­an­sicht nicht dar­ge­stellt, son­dern durch die Zei­chen auf den glei­chen Zei­chen­co­des im ISO-8859-1 er­setzt. Auch bei der Ein­ga­be ei­nes Bei­trags auf der Web­sei­te ei­nes Fo­rums muß der Web­ser­ver das ggf. als ISO-8859-2 ver­ar­bei­ten, da­mit das Er­geb­nis stim­mt, denn auch da­bei wer­den le­dig­lich die Zei­chen­co­des er­faßt. Wel­che Ko­die­rung eine Web­sei­te hat, kann man in de­ren Quell­text se­hen, der meist mit der rech­ten Maus­ta­ste – Quell­text an­zei­gen, View Page Source o.ä. an­ge­zeigt wird. Dort soll­te dann in den er­sten Zei­len et­was wie <meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=iso-8859-1"> zu fin­den sein. In man­chen Web­fo­ren wer­den nicht im Zei­chen­satz (z.B. ISO-8859-1) ent­hal­te­ne Zei­chen wie das pol­ni­sche ł in nu­me­ri­sche Ko­die­rung um­ge­wan­delt – siehe fol­gen­der Ab­schnitt. Da­bei wird je­doch das Am­per­sand & verwendet, das im HTML be­son­de­re Be­deu­tung hat und noch­mals um­ge­wan­delt wird. Des­halb wird dann statt des ł die Zei­chen­fol­ge &#322; dar­ge­stellt.

Benannte Zeichen

Benannte Zeichen können in Webseiten und in HTML-Mails ver­wen­det wer­den. HTML-Mails sind sol­che, die Text­for­ma­tie­run­gen wie fett, un­ter­stri­chen usw. zu­las­sen, aber nicht mit RTF oder ähn­li­chem ar­bei­ten. In rei­nen Text­mails ist das nicht vor­ge­se­hen, sieht man von Tricks wie *Text* für fet­ten Text und /Text/ für kur­si­ven Text usw. ab, die nicht alle Pro­gram­me ver­ar­bei­ten. Be­nann­te Zei­chen be­gin­nen mit dem Zei­chen & (Am­per­sand, kauf­män­ni­sches Und), dem ein Be­zeich­ner folgt und wer­den mit ei­nem Se­mi­ko­lon ; ab­ge­schlos­sen. Ein klei­nes ä wird als &auml; no­tiert, ein gro­ßes Ü als &Uuml;, ß als &szlig; usw. Ne­ben ei­ni­gen Buch­sta­ben gibt es noch eine An­zahl Son­der­zei­chen als be­nann­te Zei­chen, bei­spiels­wei­se ist &mdash; der lan­ge (Strecken-) Strich  — , &quot; die dop­pel­ten An­füh­rungs­stri­che " und &amp; das &. Mit­hil­fe die­ser Um­schrei­bun­gen sind im (Quell-) Text nur noch im ASCII-Zei­chen­satz ent­hal­te­ne Zei­chen­codes un­ter­halb 128 vor­han­den, die im­mer ein­deu­tig sind. Es gibt aber kei­ne be­nann­ten Zei­chen für die pol­ni­schen dia­kri­ti­schen Zei­chen.

Neben den benannten Zeichen gibt es noch die Mög­lich­keit Zei­chen über ihre Co­des in die­ser Wei­se zu no­tie­ren. Das be­ginnt wie­der mit dem & ge­folgt vom Num­mern­zei­chen #, dem Zei­chen­co­de und wird eben­falls mit ; ab­ge­schlos­sen. So er­gibt &#322; das ge­stri­che­ne ł. Auf die­se Wei­se läßt sich je­des be­lie­bi­ge Zei­chen dar­stel­len. Eine ent­spre­chen­de Ta­bel­le ist hier zu fin­den.

Werden außer dem Zeichenvorrat des ASCII-Zei­chen­sat­zes nur be­nann­te oder nu­me­risch ko­dier­te Zei­chen in ei­nem Text ver­wen­det, dann kann die De­kla­ra­tion des Zei­chen­sat­zes ent­fal­len. Die Sa­che hat aber den klei­nen Ha­ken, daß für ein ein­zel­nes Zei­chen, das nicht zum Zei­chen­vor­rat des ASCII-Zei­chen­sat­zes ge­hört, tat­säch­lich bis zu acht für die Ko­die­rung an­fal­len, also eine ent­spre­chend grö­ße­re Da­ten­men­ge über­tra­gen wer­den muß.

Das größere Problem ist aber, daß unter an­de­rem die Zei­chen < > " und & im HTML, das & auch in URLs, be­son­de­re Be­deu­tung ha­ben und des­we­gen in der Re­gel nach der Ein­ga­be ei­nes Tex­tes in ein Web­for­mu­lar aus funk­tio­na­len bzw. Si­cher­heits­grün­den bei der Ver­ar­bei­tung durch den Web­ser­ver nicht ge­nau­so über­nom­men wer­den, wie sie ein­ge­ge­ben wor­den sind. Gibt man bei­spiels­wei­se &ouml; ein, dann macht der Web­ser­ver da­raus &amp;ouml; wes­halb bei der Aus­ga­be auf der Web­sei­te wie­der &ouml; und nicht etwa ein ö an­ge­zeigt wird. Das glei­che kann auch bei der Um­wan­de­lung in nu­me­ri­sche Ko­die­rung pas­sie­ren, wie oben be­reits be­schrie­ben. Das trifft in der Re­gel auch für Web­mail­dien­ste beim on­line­le­sen, Web­fo­ren usw. zu und zwar meist auch dann, wenn der Text per Mail dort­hin ge­langt.

Fazit

Gemischt polnisch-deutsche Texte werden nur dann kor­rekt ver­ar­bei­tet und an­ge­zeigt, wenn die be­tei­lig­ten Sen­de­pro­gram­me und Ser­ver­sy­ste­me auf ei­nen ge­eig­ne­ten Zei­chen­satz wie ISO-8859-2 oder bes­ser UTF-8 ein­ge­stellt sind, wenn der ver­wen­de­te Zei­chen­satz dem Em­pfän­ger auch über­mit­telt wird, wenn die Em­pfän­ger­pro­gram­me die Zei­chen­satz­de­klara­tion ein­ge­hen­der Tex­te kor­rekt aus­wer­ten und wenn die beim Em­pfän­ger ver­wen­de­te Schrift­art die be­nö­tig­ten Zei­chen auch ent­hält.

Tipps zur Anpassung der Tastaturbelegung

Linux

Wer mit Linux arbeitet und die polnischen Zei­chen per Ta­sta­tur ein­ge­ben möch­te, kann sich in sei­nem Be­nut­zer­ver­zeich­nis eine Da­tei .Xmod­map mit fol­gen­dem In­halt an­le­gen oder die vor­han­de­ne er­gän­zen oder an­pas­sen:

keycode 0x1A =  e           E           EuroSign             EuroSign        eogonek              Eogonek
keycode 0x1D =  z           Z           leftarrow            yen             zabovedot            Zabovedot
keycode 0x26 =  a           A           ae                   AE              aogonek              Aogonek
keycode 0x27 =  s           S           ssharp               section         hyphen               section
keycode 0x2E =  l           L           lstroke              Lstroke         lstroke              Lstroke
keycode 0x33 =  numbersign  apostrophe  dead_grave           dead_breve      rightsinglequotemark leftsinglequotemark
keycode 0x34 =  y           Y           doublelowquotemark   guillemotright  doublelowquotemark   guillemotright
keycode 0x35 =  x           X           leftdoublequotemark  guillemotleft   leftdoublequotemark  guillemotleft
keycode 0x3A =  m           M           mu                   masculine       endash               emdash
keycode 0x3B =  comma       semicolon   horizconnector       multiply        ellipsis             multiply
keycode 0x75 =  Multi_key

Bei einem sonst deutschen Tastaturlayout be­kommt man da­mit nach xmod­map ~/.Xmod­map mit AltGr-a das ą und mit AltGr-A das Ą. Sinn­ge­mäß wer­den auch ę, Ę, ł, Ł, ż und Ż er­zeugt. Alle sind das Er­geb­nis der Ein­trä­ge in den letz­ten bei­den Spal­ten. Bei ei­ni­gen Sy­ste­men müs­sen an­schei­nend statt der bei­den letz­ten Spal­ten die bei­den da­vor an­ge­paßt wer­den. Soll­te die­se Da­tei nach dem näch­sten Start des X-Ser­vers wir­kungs­los blei­ben, dann muß man noch da­für sor­gen, daß sie auch je­des­mal ge­la­den wird. Das be­sorgt die oben ge­nann­te Zei­le, die der ~/.profile hin­zu­zu­fü­gen ist. Ł und ł las­sen zwar stan­dard­mä­ßig be­reits mit AltGr-W bzw. AltGr-w er­zeu­gen, was ja nicht­mal un­lo­gisch ist, je­doch fand ich, daß die L-Tas­te in­tui­ti­ver ist.

Tastencodes der anderen Tasten lassen sich mit xev oder dem kom­for­ta­ble­ren xkey­caps er­mit­teln, mit dem eine voll­stän­di­ge .Xmod­map er­zeugt wer­den kann. Be­nö­tigt wer­den aber nur die Zei­len für Ta­sten, de­ren Be­le­gung ge­än­dert wer­den soll. Die Zei­chen- (Sym­bol-) na­men fin­den sich in der Da­tei key­sym.h, die bei mei­nem Sy­stem un­ter /usr/X11R6/include/X11 zu fin­den ist. An­stel­le der Sym­bol­na­men kann auch der Uni­code des ge­wünsch­ten Zei­chens in der Form U1E5A hexa­dezi­mal an­ge­ge­ben wer­den, was ein Ṛ (R mit Punkt dar­un­ter) er­gibt.

Die ebenfalls im Polnischen verwendeten Buch­sta­ben ń, Ń, ó, Ó, ś, Ś, ź und Ź wer­den wie üb­lich mit der Ak­zent-Ta­ste rechts ne­ben dem ß und an­schlie­ßen­dem Drücken der (Shift-) Buch­sta­ben­ta­ste er­zeugt. Da­mit das funk­tio­niert darf je­doch kei­ne Ta­sten­be­le­gung mit No­dead­keys in den Sy­stem­ein­stel­lun­gen aus­ge­wählt wor­den sein.

Die übrigen oben gezeigten Zeilen ergeben bei AltGr-y und -x die ty­po­gra­phi­schen An­füh­rungs­zei­chen links „ und rechts “, die ei­gent­lich stets zu ver­wen­den sind. Das lin­ke sieht aus wie eine klei­ne 99, das rech­te wie eine 66. Weil auf ei­ner her­kömm­li­chen Tas­ta­tur aber nur das Zei­chen " ver­füg­bar ist, wird fälsch­lich meist die­ses Zei­chen ver­wen­det. AltGr-Y (AltGr-Shift-y) und -X er­ge­ben die „fran­zö­si­schen“ An­füh­rungs­zei­chen links » und rechts «. Der meist als Apo­stroph ver­wen­de­te senk­rech­te Strich ' auf der Ta­ste # ist im Deut­schen eben­so­we­nig kor­rekt wie die auch oft ver­wen­de­ten Ak­zent­zei­chen, die nur auf Buch­sta­ben, nicht auf Leer­zei­chen ge­hö­ren. Rich­tig ist das Zei­chen ’, das wie eine klei­ne 9 aus­sieht und mit AltGr-# er­zeugt wird (Zei­le 0x33). Mit AltGr-Shift-# wird das ein­fa­che schlie­ßen­de An­füh­rungs­zei­chen er­zeugt, das wie eine klei­ne 6 aus­sieht, mit AltGr-m der en-lan­ge Ge­dan­ken­strich – und mit AltGr-M der em-lan­ge (Strecken-) Strich —. AltGr-, er­gibt das Aus­las­sungs­zei­chen … (El­lip­se) für das die mei­sten ein­fach, aber fal­sch, drei Punk­te schrei­ben.

Mit AltGr-s wird ein be­ding­ter Trenn­strich er­zeugt, den man in Web­sei­ten ver­wen­den kann, um dem Brau­ser an die­ser Stel­le ei­nen Wort­um­bruch zu er­lau­ben. Er er­scheint nur dann im Schrift­bild, wenn ein Wort an die­ser Stel­le ei­nen Um­bruch er­hal­ten soll, und ist sonst nicht sicht­bar. Das wird in­zwi­schen von al­len ak­tu­el­len Brau­sern be­herrscht. Ohne die Ver­wen­dung be­ding­ter Trenn­stri­che wür­de ein Wort im­mer kom­plett auf die näch­ste Zei­le wan­dern, wenn in der Zei­le da­vor der Platz nicht mehr aus­reicht. Be­son­ders bei im Block­satz dar­ge­stell­tem Text sieht das un­schön aus, weil so zwi­schen den Wör­tern grö­ße­re Zwi­schen­räu­me ent­ste­hen, wenn ein lan­ges Wort am Zei­len­en­de nicht mehr ge­nug Platz hat und des­halb in der fol­gen­den Zei­le an­ge­ord­net wird.

Die letzte Zeile macht die rechte Win­dows­ta­ste zur Com­po­se-Ta­ste. Da­mit las­sen sich auch die tsche­chi­schen Son­der­zei­chen er­zeu­gen, bei­spiels­wei­se das š, für das nach­ein­an­der Com­po­se < und das s zu drücken sind; Compose s < funk­tio­niert eben­falls. So er­gibt Com­po­se a a ein å, Com­po­se A E ein Æ, Com­po­se - D ein Đ, Com­pose " y ein ÿ, Compose - n ein ñ, Compose , c ein ç, Com­po­se . i ein ı, Com­po­se / o ein ø und so wei­ter. Letz­te­res er­hält man al­ler­dings ein­fa­cher mit AltGr-o.

Windows

Zum anpassen der Tastaturbelegung unter Win­dows gibt es un­ter an­de­rem Key­board-Lay­out-Ma­na­ger und Key­board-Lay­out-Edi­tor. Bei­de las­sen in der je­weils 20 € ko­sten­den Voll­ver­sion um­fang­rei­che An­pas­sun­gen am Ta­sta­tur­lay­out zu und kön­nen da­raus eine per­sön­li­che KBD….DLL er­zeu­gen. Die­se Da­teien lie­gen un­ter Win­dows XP in der Re­gel im Ver­zeich­nis %SY­STEM­ROOT%/sy­stem32/, meist ist das C:/Win­dows/sy­stem32/. Die Ta­sta­tur­be­le­gung für Deutsch – Deutsch­land ist bei­spiels­wei­se in der Da­tei KBDGR.DLL ent­hal­ten. Die Free­ware-Ver­sion des Key­board-Lay­out-Ma­na­ger habe ich ge­te­stet, sie läßt sich in­tui­tiv be­nut­zen. Sie hat al­ler­dings einen ein­ge­schränk­ten Funk­tions­um­fang, es kön­nen un­ter an­de­rem kei­ne Ta­sten­be­le­gun­gen mit AltGr er­zeugt wer­den.

Bei Microsoft gibts den kostenlosen Key­board-Lay­out-Crea­tor. Um den be­nut­zen zu kön­nen, muß zu­sätz­lich noch das NET-Frame­work in­stal­liert wer­den. Das habe ich aber al­les nicht aus­pro­biert.

Am leichtesten kommt man wohl mit dem An­ge­bot ei­nes Wi­ki­pe­dia-Au­tors zum Ziel. Dort gibt es eine ZIP, mit de­ren In­halt eine ge­än­der­te Ta­sta­tur­be­le­gung in­stal­liert wer­den kann. Ich hab’s aus­pro­biert, es ist ganz ein­fach.

Im Internet gibt es noch mehrere Web­sei­ten, auf de­nen be­schrie­ben wird wie man die Ta­sta­tur­be­le­gung mit­hil­fe ei­ni­ger Re­gistry-Ein­trä­ge än­dern kann. Da­bei wer­den die für jede Ta­ste ein­deu­ti­gen Scan-Codes ma­ni­pu­liert. So las­sen sich Ta­sten ganz ab­schal­ten oder man kann ih­nen die Funk­tion ei­ner an­de­ren Ta­ste zu­wei­sen, bei­spiels­wei­se der vie­len lä­sti­gen Caps­Lock-Ta­ste die nor­ma­le Shift- (Um­schalt-) Funk­tion. Es kann aber nur die Funk­tio­nen ei­ner oder meh­re­rer Ta­sten ins­ge­samt be­ein­flußt wer­den, die ge­ziel­te Be­le­gung ein­zel­ner Ta­sten­kom­bi­na­tio­nen wie AltGr+k ist da­ge­gen nicht mög­lich.


Letzte Änderung am 9.3.2017
© Steffen Buhr