blauer Pfeil

Offener Brief des Generalmajors a.D. Gerd Schultze-Rhonhof an die Bundeskanzlerin Angela Merkel

Vorwort – Wie steht es in Deutschland um die Meinungsfreiheit und die unabhängige Berichterstattung?

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutsch­land, Ar­ti­kel 5 wer­den Mei­nungs- und Re­de­frei­heit ga­ran­tiert, „Zen­sur fin­det nicht statt“. Aber ist je­man­dem auf­ge­fal­len, daß es in­zwi­schen un­mög­lich ge­wor­den ist sich zu be­stimm­ten The­men öf­fent­lich zu äu­ßern ohne als „ewig Ge­stri­ger“, „frem­den­feind­lich“, „Nazi“, „Re­vi­sio­nist“ oder der­glei­chen dif­fa­miert zu wer­den? Be­ob­ach­ten kann man das nicht nur beim ge­gen­wär­ti­gen Flücht­lings­zu­strom, son­dern auch bis­her schon bei Asyl und Zu­wan­de­rung, bei Gleich­stel­lung und Gen­der, der Schwu­len- und Les­ben­ehe, dem Er­zie­hungs­geld u.a. Fort­wäh­rend wird man mit der an­schei­nend als ver­bind­lich be­trach­te­ten Ein­heits­mei­nung zu­ge­dröhnt, an­de­re Mei­nun­gen kom­men kaum oder gar nicht zu Wort, ggf. wer­den sie mit den obi­gen Be­grif­fen ab­qua­li­fi­ziert. In­zwi­schen geht das so­gar so­weit, daß der als Mit­glied der Exe­ku­ti­ve den im Grund­ge­setz ga­ran­tier­ten Grund­rech­ten ver­pflich­te­te Bun­des­ju­stiz­mi­ni­ster Maas dazu über­ge­hen will, als rechts­ex­trem (von wem?) ein­ge­stuf­te Mei­nungs­äu­ße­run­gen bei Face­book of­fen­bar ohne ein or­dent­li­ches, rechts­staat­li­ches Ver­fah­ren lö­schen zu las­sen. Dazu beim Deutsch­land­funk und bei www.danisch.de/blog/. In­zwi­schen gibt es Fäl­le, in de­nen von selbst­er­nann­ten Sit­ten­wäch­tern als rechts­ra­di­kal er­kann­te Äu­ße­run­gen an­de­rer bei de­ren Ar­beit­ge­ber de­nun­ziert wer­den, was zur Ent­las­sung führ­te (www.max-plenert.de/blog/). Das un­ter­schei­det sich kaum mehr von den Flücht­lings­un­ter­künf­te an­zün­den­den Rechts­ex­tre­men. An die Be­für­wor­ter sol­cher Ver­fah­rens­wei­sen sei die Fra­ge ge­rich­tet wo das en­den soll, beim Faust­recht? Es ist durch­aus mög­lich, daß da wi­der­wär­ti­ges Zeug zu le­sen ist. Eine freie Ge­sell­schaft muß aber in der La­ge sein, der­glei­chen aus­zu­hal­ten und damit an­ge­mes­sen um­zu­gehen. An­dern­falls ist die Frei­heit vor­bei.

Zur Zeit, im September 2015 hat Deutschland einen bis­her nicht ge­kann­ten Zu­strom an Flücht­lin­gen zu ver­zeich­nen. Die­ses The­ma wird in den Me­dien wie bis­her auch schon nur sehr ein­sei­tig dar­ge­stellt, es gibt fak­tisch nur eine Ein­heits­mei­nung dazu, der man qua­si zu fol­gen habe. An­de­re Mei­nun­gen ha­ben kei­ne brei­ten­wirk­sa­me Platt­form, man fin­det sie nur, wenn man sich im Netz selbst auf die Su­che macht. Des­halb gebe ich hier den of­fe­nen Brief wie­der, denn ich hal­te die Schil­de­run­gen für zu­tref­fend und die da­raus re­sul­tie­ren­den For­de­run­gen für an­ge­mes­sen. Der Au­tor steht we­gen sei­nes Buchs „1939 – Der Krieg der vie­le Vä­ter hat­te“ in der Kri­tik. Da­mit will ich mich hier zu ge­ge­be­ner Zeit auch noch aus­ein­an­der­set­zen. Le­sen Sie bit­te trotz­dem sei­nen of­fe­nen Brief, die Nach­richt wird näm­lich nicht au­to­ma­tisch da­durch falsch, daß sie von ei­ner be­stimm­ten Per­son über­bracht wird. Das ist eben­falls eine Form der Mei­nungs­un­ter­drü­ckung.

Offener Brief des Generalmajors a.D. Gerd Schultze-Rhonhof an die Bundeskanzlerin Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wir Bürger werden immer wieder aufgerufen, uns am po­li­ti­schen Le­ben zu be­tei­li­gen. Ich tue dies mit die­ser Ein­ga­be zur Lö­sung des au­gen­blick­li­chen Pro­blems der Mi­gra­tion an Sie, Frau Bun­des­kanz­le­rin Dr. Mer­kel, und ei­ni­ge Ih­rer Ab­ge­ord­ne­ten-Kol­le­gin­nen und -Kol­le­gen.

Da ich mehrfach die schlechte Erfahrung ge­macht habe, dass Mi­ni­ster und Mi­ni­ster­prä­si­den­ten mei­ne Ein­ga­ben nicht be­ant­wor­tet ha­ben, er­lau­be ich mir, die­sen Brief als „of­fe­nen Brief“ zu be­han­deln und ihn auch an alle Län­der-Mi­ni­ster­prä­si­den­tin­nen und Prä­si­den­ten, an die Da­men und Her­ren Par­tei­vor­sit­zen­den und an ei­ni­ge an­de­re Po­li­ti­ker zu sen­den, mit der Bit­te, Sie zu un­ter­stüt­zen, so­wie an ei­ni­ge Zeit­schrif­ten und Pri­vat­per­so­nen.

Mit freundlichem Gruß

Gerd Schultze-Rhonhof

G r e n z e n l o s e G a s t f r e u n d s c h a f t

Ich möchte nicht als ausländerfeindlich gel­ten. Habe ein hal­bes Jahr lang ei­nem Ar­muts­flücht­ling ohne Ge­gen­lei­stung ein Zim­mer mit Bad ge­stellt, ihn an den Mahl­zei­ten der Fa­mi­lie teil­neh­men las­sen, ein Fahr­rad ge­schenkt und ihn un­fall­ver­sich­ert. Trotz­dem mei­ne ich, dass die jet­zi­ge, in Deutsch­land ge­währ­te gren­zen­lo­se Gast­freund­schaft ge­gen­über Mi­gran­ten sinn­los ist, un­ser So­zial­sy­stem und un­se­ren so­zia­len Frie­den zer­stört, das bis­her noch vor­han­de­ne Ver­trau­en un­se­rer Be­völ­ke­rung in die Funk­tions­fä­hig­keit von Par­la­ment, De­mo­kra­tie und Kom­mis­sion der Eu­ro­päischen Un­ion im all­ge­mei­nen und die Fä­hig­kei­ten der hier po­li­ti­sch han­deln­den Funk­tions­trä­ger im be­son­de­ren schwer be­schä­digt, wenn nicht gar bei Tei­len der Be­völ­ke­rung völ­lig zer­stört. Rund 50% Nicht­wäh­ler un­ter den deu­tschen Wahl­be­rech­tig­ten zei­gen, wie weit die­ser Ent­täu­schungs- und Ent­frem­dungs­pro­zess jetzt schon ohne den neuen Ein­wan­de­rungs­druck ge­die­hen ist.

Wir erleben derzeit sehenden Auges einen Zu­strom von mehr­heit­lich nicht in­te­grier­ba­ren Mi­gran­ten und Flücht­lin­gen nach Deutsch­land und ei­ni­gen an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas, der un­se­re Ge­sell­schaft spren­gen, un­se­re De­mo­kra­tie als han­dlungs­un­fä­hig vor­füh­ren, un­se­re Kom­mu­nen auf Dau­er in die Zah­lungs­un­fä­hig­keit trei­ben und un­ser ei­ge­nes Volk lang­fri­stig auf sei­nem Ter­ri­to­rium zur Min­der­heit wer­den lässt. Wir sind die ta­ten­lo­sen Zu­schau­er des Be­ginns ei­ner Völ­ker­wan­de­rung, die Sie als sol­che of­fen­sicht­lich nicht zur Kennt­nis neh­men. Sie, ver­ehr­te Frau Bun­des­kanz­le­rin, wer­den es durch ihre bis­he­ri­ge Kon­zept­lo­sig­keit und Un­ent­schlos­sen­heit vor un­se­ren En­keln mit zu ver­ant­wor­ten ha­ben, dass wir in we­ni­gen Jah­ren Ras­sen­pro­ble­me wie in den USA, Ban­lieues wie in Frank­reich und recht­lo­se Stadt­tei­le wie in Eng­land ha­ben, wenn Sie der jet­zi­gen Ent­wick­lung wei­ter kon­zept­los und ohne wirk­sa­me Ta­ten zu­se­hen.

Ich bitte sie deshalb dringend, zu erwirken,

(Einzelheiten zu diesen Vorschlägen lesen Sie bit­te auf dem letz­ten Blatt.)

Zur Begründung meines Begehrens lesen Sie bit­te Fol­gen­des:

Falsche Prognosen

Die Ströme von Migranten, die in diesem Jahr auf Deutsch­land zu­kom­men, wur­den erst auf 250.000, dann auf 450.000 und nun auf 800.000 pro­gno­sti­ziert. Wie wir alle „die Po­li­tik“ ken­nen, wird jede un­an­ge­neh­me Ent­wick­lung nur scheib­chen­wei­se zu­ge­ge­ben. Zum Jah­res­en­de ist eine Rea­li­tät von ei­ner Mil­lion Mi­gran­ten nicht un­wahr­schein­lich. Und in den kom­men­den Jah­ren ist nicht mit ei­nem Ab­neh­men des Mi­gran­ten-Stroms zu rech­nen, weil die Be­völ­ke­rungs­ex­plo­sion in Af­ri­ka und die Ent­fes­se­lung von Bür­ger­krie­gen rund um Kern­eu­ro­pa kein Ende neh­men, und weil das über­wie­gend herz­li­che Will­kom­men in Deutsch­land und in Öster­reich einen un­wi­der­steh­li­chen Sog auf wei­te­re Mil­lio­nen „Mi­gran­ten in War­te­po­si­tion“ aus­üben. Un­ab­läs­sig ver­brei­tet sich die fro­he Kun­de der er­folg­reich An­ge­kom­me­nen per Han­dy in Win­des­ei­le in­ner­halb der Aus­wan­de­rungs­län­der und setzt neue Wan­de­rer in Marsch.

Anfang einer Völkerwanderung

Der jetzige Strom an Zuwanderern ist kein ein­ma­li­ges und mit un­se­ren bis­he­ri­gen Ge­wohn­hei­ten und Mit­teln zu lö­sen­des eu­ro­päisches Pro­blem. Und die groß­zü­gi­gen Ge­sten der deu­tschen und der öster­rei­chi­schen Re­gie­rung, ein paar Tau­send in Bu­da­pest „auf­ge­stau­te“ Mi­gran­ten ins Land zu las­sen, um das dor­ti­ge Elend zu be­en­den, sind nicht, wie ei­ni­ge deut­sche Mi­ni­ster ge­äu­ßert ha­ben, ein ein­ma­li­ger Akt. Es wird ein Dra­ma mit im­mer neuen Sze­nen ge­ben. Das jet­zi­ge Dra­ma ist der An­fang ei­nes stets wei­ter an­schwel­len­den Pro­blems, der An­fang ei­ner Völ­ker­wan­de­rung. Au­ßer­dem ist die­se Völ­ker­wan­de­rung aus der Mi­gran­ten-Sicht nicht in er­ster Li­nie ein eu­ro­päisches Pro­blem, weil die mei­sten Mi­gran­ten ganz be­wusst Deutsch­land und Öster­reich we­gen ih­rer So­zial­sy­ste­me und ih­rer Aus­län­der­freund­lich­keit an­steu­ern. Trotz­dem kön­nen sich un­se­re Po­li­ti­ker bis­her nicht zu ei­ner grund­sätz­li­chen und nach­hal­ti­gen Lö­sung des Pro­blems durch­rin­gen.

Armutsbekämpfung

Im Jahr 1962 habe ich auf einem Seminar im Aus­wär­ti­gen Amt ge­hört, dass West­deutsch­land die Ar­mut der Welt durch Ent­wick­lungs­hil­fe am Ent­ste­hungs­ort be­käm­pfen wer­de. Das hat in Fern­ost und in Süd­ame­ri­ka da ganz und dort weit­ge­hend funk­tio­niert. In wei­ten Tei­len Af­ri­kas sind die Le­bens­um­stän­de heu­te aber be­drü­cken­der als da­mals. Im Jahr 1990 hat der UNHCR pro­gno­sti­ziert, dass die Flücht­lings­strö­me auf 50 Mil­lio­nen Men­schen pro Jahr an­schwel­len wer­den. Ich habe da­mals auf ei­ner Par­tei­ver­an­stal­tung ge­fragt, wie Deutsch­land dar­auf rea­gie­ren wer­de. Die Ant­wort war: „Wir be­käm­pfen die Ar­mut am Ort ih­res Ent­ste­hens.“ Was die Po­li­ti­ker-Wor­te von 1962 und 1990 und heu­te zu die­ser Fra­ge wert sind, sieht man. Auch die jet­zi­ge Ein­las­sung ei­nes deu­tschen Par­tei­vor­sit­zen­den, man brau­che einen neuen Mar­shall-Plan für be­dürf­ti­ge Staa­ten, lässt au­ßer Acht, dass Deutsch­land die Mar­shall-Hil­fe zu­rück­zah­len muss­te. Der Herr Par­tei­vor­sit­zen­de hat aber dem An­schein nach wie­der nur an ge­schenk­tes Geld ge­dacht.

Drei Migranten-Ströme

Wir werden jetzt von drei Migranten-Strömen über­rollt, aus Af­ri­ka, aus Kriegs­ge­bie­ten und aus den süd­li­chen Bal­kan­län­dern.

Afrika

Afrika hat einen jährlichen Be­völ­ke­rungs­zu­wachs von 30 Mil­lio­nen Men­schen. Ein er­heb­li­cher An­teil die­ser Men­schen wird Jahr für Jahr nach Eu­ro­pa drän­gen. Je mehr Eu­ro­pa da­von auf­nimmt und je kom­for­ta­bler der zeit­wei­li­ge oder dau­er­haf­te Au­fent­halt in Eu­ro­pa er­lebt wird, de­sto grö­ßer wird der An­reiz für im­mer neue Mi­gran­ten. In­zwi­schen brau­chen Mi­gran­ten nur noch am Süd­ufer des Mit­tel­meers in See zu ste­chen, dann wer­den sie von den NATO-Ma­ri­nen ab­geholt und auf die euro­pä­ische Sei­te des Mit­tel­meers trans­por­tiert. Sie, die Po­li­ti­ker, die das ver­an­las­sen, ma­chen un­se­re Ma­ri­ne­sol­da­ten da­mit zu „Schlep­pern und Schleu­sern“ ent­ge­gen de­ren gu­ter Ab­sicht. Au­ßer­dem muss zur Kennt­nis ge­nom­men wer­den, dass die Sy­stem­wech­sel-Po­li­tik der USA, Groß­bri­tan­niens und Frank­reichs in den Staa­ten des Süd- und des Ost­ran­des des Mit­tel­meers erst die Tore für die Mi­gran­ten-Strö­me aus die­ser Rich­tung ge­öff­net hat.

Insbesondere der illegale und unnötige Sturz des Gad­da­fi-Re­gi­mes in Li­byen hat das zu­vor ver­schlos­se­ne Tor vor Af­ri­ka weit auf­ge­ris­sen. Es ist be­mer­kens­wert, dass sich un­se­re Ver­bün­de­ten USA und Groß­bri­tan­nien an der Be­wä­lti­gung des durch die De­sta­bi­li­sie­rung Li­byens ent­stan­de­nen Mi­gran­ten-Stroms nicht bzw. kaum be­tei­li­gen.

Je mehr Migranten wir über das Mittelmeer auf­neh­men, de­sto grö­ßer wer­den der An­reiz für wei­te­re Mi­gran­ten, der Ge­winn der Schlep­per und die Zahl der Er­trin­ken­den. Die au­stra­li­sche Re­gie­rung hat das glei­che Dra­ma auf den See­ge­bie­ten vor ih­rer Nord­kü­ste auf wirk­sa­me Wei­se be­en­det. Sie hat 2013 in al­len Her­kunfts­län­dern Zei­tungs- und TV-An­zei­gen ge­schal­tet und ver­kün­det, dass Asyl­an­trä­ge nur noch in den dor­ti­gen Kon­su­la­ten an­ge­nom­men und Boots­flücht­lin­ge ge­ne­rell zu­rück­ge­schickt wer­den. Und die au­stra­li­sche Ma­ri­ne nimmt Flücht­lings­boote seit­her „auf den Ha­ken“, in See­not ge­ra­te­ne Mi­gran­ten an Bord und fährt sie an die näch­ste Kü­ste auf dem Ge­gen­ufer zu­rück. Nach kur­zer Zeit ist kein ein­zi­ger Boots­flücht­ling mehr vor Au­stra­liens Nord­kü­ste er­trun­ken. Ich for­de­re Sie auf, auf ein der­ar­ti­ges Vor­ge­hen al­ler EU Staa­ten im Mit­tel­meer­raum zu drän­gen, Schif­fe der Bun­des­ma­ri­ne un­ver­züg­lich in die­ser Wei­se ein­zu­set­zen und den an­de­ren EU Staa­ten so vor­an­zu­ge­hen. Und ich for­de­re Sie auf, die Asyl­an­trä­ge der afri­ka­ni­schen Mi­gran­ten, wie be­reits vom In­nen­mi­ni­ster vor­ge­schla­gen, in de­ren Hei­mat­län­dern prü­fen zu las­sen.

Kriegsgebiete

Auch die Flüchtlinge aus Kriegsgebieten kom­men der­zeit aus Ter­ri­to­rien, an de­ren De­sta­bi­li­sie­rung ein Teil un­se­rer Ver­bün­de­ten mit of­fe­nen Kriegs­hand­lun­gen, Ge­heim­dien­sten, Söld­nern und Geld­zu­wen­dun­gen einen we­sent­li­chen An­teil hat. Kriegs­flücht­lin­gen muss zwar zeit­wei­se Schutz und Blei­be ge­bo­ten wer­den, aber nach den Krie­gen soll­ten sie ihre Län­der wie­der auf­bau­en und dazu re­pa­tri­iert wer­den. Jah­re­lan­ges Ver­blei­ben in Deutsch­land, Asyl­an­trä­ge mit oft jah­re­langen Ge­richts­ver­fah­ren durch den In­stan­zen­weg hin­durch und so­ge­nann­te Ab­schie­be­hin­der­nis­se füh­ren dazu, dass das für die Kriegs­dau­er ge­währ­te Gast­recht von vie­len Flücht­lin­gen zu ei­nem An­spruch auf Dau­er­ver­bleib und ein leich­te­res Le­ben in Deutsch­land aus­ge­nutzt wird.

Deutschland besitzt keinen Steue­rungs­me­cha­nis­mus zur Aus­wahl die­ser Zu­wan­de­rer, und un­se­re Po­li­ti­ker auf Län­der- und Bun­des­ebe­ne be­sit­zen of­fen­sicht­lich nicht die Weit­sicht für die Fol­gen die­ses Zu­stroms für un­ser So­zial­sy­stem und un­se­ren so­zia­len Frie­den und nicht den Mut, die Re­pa­tri­ierun­gen durch­zu­set­zen. Schon eine Bür­ger­ini­tia­ti­ve wohl­mei­nen­der und mit­füh­len­der Flücht­lings­nach­barn ge­gen eine Ab­schie­bung ver­setzt fast je­den Po­li­ti­ker in „Wäh­ler-Angst“. So ver­blei­ben bei etwa 97% der ab­ge­lehn­ten Asyl­an­trä­ge 85% der An­trag­stel­ler trotz­dem in Deutsch­land. Sie wer­den ent­we­der ge­dul­det oder sie tau­chen un­ver­züg­lich un­ter. So ver­blei­ben im fa­mi­liä­ren Rand nicht re­pa­tri­ier­ter Bür­ger­kriegs­flücht­lin­ge in Sum­ma auch mas­sen­wei­se nicht in­te­grier­ba­re und so­zial­hil­fe­em­pfan­gen­de Aus­län­der in Deutsch­land.

Südliche Balkanländer

Eine dritte Gruppe sind derzeit die Migranten aus den süd­li­chen Bal­kan­län­dern. Es sind in der Re­gel Men­schen mit dem ver­ständ­li­chen Wunsch nach ei­nem ma­te­riell bes­se­ren und si­che­re­ren Le­ben. So­lan­ge sie in ge­rin­gen Zah­len ka­men, konn­te un­ser Volk sie ma­te­riell ver­sor­gen, und es be­stand eine grö­ße­re Chan­ce, sie in un­se­re Ge­sell­schaft zu in­te­grie­ren. Der jetzt auf Deutsch­land zu­rol­len­de, un­ge­brem­ste Mi­gran­ten-Strom aus die­ser Re­gion sprengt zu­sam­men mit den zwei vor­ge­nann­ten Mi­gran­ten-Be­we­gun­gen auf Dau­er un­se­re Staats- und Kom­mu­nal­fi­nan­zen, zer­stört den Bür­ger­frie­den in klei­nen Städ­ten, Ort­schaf­ten und in vie­len Stadt­tei­len gro­ßer Städ­te und über­for­dert die Ka­pa­zi­tä­ten der Kom­mu­nal­ver­wal­tun­gen, der ka­ri­ta­ti­ven Ein­rich­tun­gen und der frei­wil­li­gen deu­tschen Hel­fer.

Verpflichtungen

So verständlich es ist, dass Menschen aus Über­be­völ­ke­rungs­ge­bie­ten, Kriegs­ge­bie­ten, Ka­ta­stro­phen­ge­bie­ten und Herr­schafts­ge­bie­ten mit ein­ge­schränk­ten Bür­ger­frei­hei­ten bei uns in Nord­eu­ro­pa Schutz, Asyl und bes­se­re Le­bens­be­din­gun­gen su­chen, so sehr ge­hört es zur sel­ben Rea­li­tät, dass sie auf Dau­er von uns er­nährt, un­ter­ge­bracht und ver­sorgt wer­den wol­len. Wir, das deut­sche Volk, sind aber ge­nau­so we­nig mo­ra­lisch oder an­ders ver­pflich­tet, wie z. B. Dä­nen, Tsche­chen oder Po­len, die Auf­bau- und Le­bens­lei­stung von uns und un­se­rer Vor­fah­ren bis hin zur Selbst­zer­stö­rung un­se­res Ge­mein­we­sens und sei­ner po­li­ti­schen Kul­tur den Hoff­nun­gen der Mi­gran­ten zu op­fern. Wir sind nicht ver­pflich­tet, un­se­re ma­te­riel­le und kul­tu­rel­le Sub­stanz und un­se­re auf nu­me­ri­scher Über­le­gen­heit be­ruh­en­de Selbst­be­stim­mung im ei­ge­nen Land auf Dau­er an fremd­stäm­mi­ge Mi­gran­ten-Mehr­hei­ten ab­zu­ge­ben. Da­bei ist nicht nur an die di­rek­te Zu­wan­de­rung zu den­ken. Im Haus ne­ben mir z. B. wohnt eine Mi­gran­ten-Fa­mi­lie (ohne Deutsch­kennt­nis­se). Das Fa­mi­lien­ober­haupt hat 11 Kin­der, und eine sei­ner Töch­ter hat be­reits 12 Kin­der. Fast alle jün­ge­ren Mi­gran­ten be­kun­den au­ßer­dem, dass sie ihre Fa­mi­lien nach­zu­ho­len ge­den­ken.

Gegenseitige Forderungen und Ablenkungsmanöver

Deutsche Politiker auf allen Ebenen vom Eu­ro­päischen Par­la­ment bis zu den Ge­mein­de­rä­ten sind of­fen­sicht­lich un­fä­hig, die an­ge­spro­che­nen Pro­ble­me grund­sätz­lich, durch­grei­fend und nach­hal­tig zu lö­sen. Sie ver­lan­gen ge­gen­sei­tig von­ein­an­der die Lö­sung der Pro­ble­me oder Hil­fen dazu: mal soll es eine EU-Lö­sung sein, mal sol­len es die Kom­mu­nen rich­ten, mal der Ge­setz­ge­ber, mal soll der Bund mehr Geld ge­ben, mal soll die frei­wil­lig hel­fen­de Be­völ­ke­rung mehr lei­sten. Of­fen­sicht­lich ist un­ser Sy­stem nicht mehr dazu taug­lich, Pro­ble­me die­ses Aus­ma­ßes in den Griff zu be­kom­men. Po­li­ti­ker und Me­dien über­bie­ten sich statt­des­sen im Ne­bel­ker­zen-Wer­fen und Ab­len­ken. Sie ver­wei­sen auf die Nütz­lich­keit zu­wan­dern­der Ar­beits­kräf­te.

Der Versuch in einer mitteldeutschen Groß­stadt, aus 300 „Asyl­be­wer­bern“ Kräf­te für den Ar­beits­markt zu ge­win­nen, er­gab 6 ver­mit­tel­ba­re Zu­wan­de­rer, und der dä­ni­sche Ar­beit­ge­ber­ver­band hat in die­sem Früh­jahr ein­ge­stan­den, dass die In­te­gra­tion von Mi­gran­ten in den Ar­beits­markt auf gan­zer Li­nie ge­schei­tert ist. Zahl­rei­che Me­dien über­bie­ten sich ge­gen­sei­tig mit der Dar­stel­lung er­folg­rei­cher In­te­gra­tions-Ini­tia­ti­ven und sug­ge­rie­ren da­mit eine fal­sche Wirk­lich­keit. Tau­send ge­lun­ge­ne In­te­gra­tions­bei­spie­le bei ei­ner Mil­lio­nen­zu­wan­de­rung be­tref­fen nur ein Pro­mil­le der Rea­li­tät. Die­se Me­dien ver­su­chen hier­mit, die öf­fent­li­che Stim­mung zu ma­ni­pu­lie­ren. An­de­re Po­li­ti­ker und Me­dien prei­sen die mul­ti­kul­tu­rel­le Viel­falt. Sie wis­sen of­fen­sicht­lich nichts von „Mul­ti­kul­ti“ in Bel­gien, im al­ten Ser­bien, in der Ukrai­ne und in Sy­rien, ge­schwei­ge denn von „Mul­ti­kul­ti“ in meh­re­ren Stadt­tei­len deut­scher Groß­städ­te. Die Ge­schichts- und Lan­des­kennt­nis der deu­tschen Durch­schnitts­po­li­ti­ker reicht die­sem An­schein nach nur zur Wie­der­ho­lung an­de­ren­orts schon ge­mach­ter Feh­ler.

Falscher Vergleich

Manche Politiker kommen uns mit falschen Ver­glei­chen, so z. B. mit der Auf­nah­me der ost­deut­schen Ver­trie­be­nen 1945 und 1946. Die da­ma­li­gen Ver­trie­be­nen wur­den samt und son­ders von Po­len, Tsche­chen und Sow­jets mit ro­her Ge­walt aus ih­rer Hei­mat aus­ge­trie­ben, in der sie trotz al­ler Kriegs­zer­stö­run­gen sonst gern ge­blie­ben wä­ren. Die Ver­trie­be­nen flo­hen auch nicht in ein rei­ches, „ge­lob­tes Land“, um bes­ser zu le­ben. Sie flo­hen in einen eben­falls ver­wü­ste­ten, ver­arm­ten Teil ih­res ei­ge­nen Lan­des. Ihre Per­spek­ti­ve er­gab sich aus ih­rer In­te­gra­tions­fä­hig­keit, aus ih­rem Fleiß und ih­rer Fä­hig­keit, das zer­stör­te West­deutsch­land wie­der mit auf­zu­bau­en. Al­les das ist bei der über­gro­ßen Mehr­heit der heu­ti­gen Mi­gran­ten nicht vor­han­den. Es han­del­te sich da­mals ei­ner­seits um die Flucht in­ner­halb des ei­ge­nen Lan­des und an­de­rer­seits um die Auf­nah­me von Lands­leu­ten. Vie­len deu­tschen Po­li­ti­kern und Me­dien­schaf­fen­den ist aber of­fen­sicht­lich das Em­pfin­den für die Be­son­der­heit ei­ner So­li­da­ri­tät un­ter Lands­leu­ten ab­han­den ge­kom­men.

Beschimpfungen und mangelhafte Berichterstattung

Die Mehrheit der deutschen Politiker und Me­dien­leu­te lenkt mit der Be­schimp­fung von Kri­ti­kern und den Kla­gen über Aus­län­der­feind­lich­keit vom ei­gent­li­chen Pro­blem, der au­ßer Kon­trol­le ge­ra­te­nen Mas­sen-Zu­wan­de­rung, ab. Aus­län­der­feind­lich­keit ist häss­lich, aber ver­gli­chen mit der der­zei­ti­gen Pro­blem-Mas­sie­rung nur ein sehr be­dau­er­li­cher „Kol­la­te­ral­scha­den“. Zu­wan­de­rungs­kr­itik ist et­was an­de­res. Es fehlt das Re­flek­tie­ren der Be­den­ken der Ein­wan­de­rungs­kri­ti­ker. Sie wer­den in die rechts­ra­di­ka­le Ecke ge­stellt, „aus der Front der De­mo­kra­ten“ ex­kom­mu­ni­ziert, als „dump­fes“ Pe­gi­da-Volk und „em­pa­thie­lo­ses Pack“ be­schimpft, des Po­pu­lis­mus und des Ras­sis­mus be­zich­tigt, ih­nen wer­den un­be­rech­tig­te Äng­ste und Angst­ma­che un­ter­stellt, ihre Be­den­ken wer­den als „ideo­lo­gi­scher Müll“ be­zeich­net oder sie wer­den an­der­weit ver­un­glimpft und ge­mobbt. Es fehlt da­ge­gen jeg­li­che Be­richt­er­stat­tung über die nach­bar­schaft­li­chen Un­ver­träg­lich­kei­ten, die oft in der Nähe grö­ße­rer Mi­gran­ten-An­sied­lun­gen be­ste­hen.

Es gibt in den Medien keine Berichterstattung über die wirk­li­chen Schwie­rig­kei­ten der Ein­fü­gung in die deut­sche Ge­sell­schaft. Es wird nicht über die Fäl­le von An­grif­fen und Be­schimp­fun­gen auf und von Po­li­zei und An­woh­ner be­rich­tet und nicht von Fäl­len von Ver­mül­lung von Un­ter­künf­ten und Stra­ßen. Es gibt statt­des­sen ent­we­der Schuld­zu­wei­sun­gen ge­gen deutsch­stäm­mi­ge Deut­sche oder Be­rich­te über lo­bens­wer­te Bei­spie­le deut­scher In­te­gra­tions­hil­fen. Die Rea­li­tä­ten da­zwi­schen wer­den un­ter­schla­gen. Wei­ter­hin wird manch­mal falsch, manch­mal ma­ni­pu­liert und nach mei­ner bis­he­ri­gen Kennt­nis nie rich­tig und um­fas­send über die Ko­sten in­for­miert, die ein Mi­grant (vor sei­ner An­er­ken­nung als Asy­lant oder bis zu sei­ner Aus­wei­sung) pro Mo­nat durch­schnitt­lich den Steu­er­zah­ler ko­stet: an Le­bens­un­ter­halt, Un­ter­kunfts-Sa­nie­rung, Mie­te, lau­fen­der Rei­ni­gung der Un­ter­künf­te, me­di­zi­ni­scher Ver­sor­gung, Fahr­rad, Han­dy, Wä­sche, Ta­schen­geld, Sprach­un­ter­richt, Ge­richts­ko­sten, Über­set­zer-Ko­sten Be­treu­er-Ko­sten, Po­li­zei-Ein­satz­ko­sten, zu­sätz­li­chen Plan­stel­len für zu­sätz­li­che Leh­rer und die Be­ar­bei­ter von Re­gi­strie­run­gen und Asyl­an­trä­gen so­wie die Rück­füh­run­gen usw. In ei­ner de­mo­kra­ti­schen Ge­sell­schaft mit ei­ner frei­en Pres­se hät­te das längst of­fen­ge­legt wer­den müs­sen. Dass dies nicht ge­schieht, er­weckt den An­schein, dass alle Po­li­ti­ker Angst ha­ben, Ihre Wäh­ler da­rüber zu in­for­mie­ren und dass die Me­dien zu ge­wis­sen The­men über die Pres­se- und Fern­seh­rä­te ge­lenkt wer­den.

Zuwanderungskritik

Die durch Beschimpfungen und Mediendruck nicht mehr öf­fent­lich ge­äu­ßer­te Zu­wan­de­rungs­kr­itik ent­zün­det sich vor­der­grün­dig an dem zur Schau ge­stell­ten Ver­hal­ten et­li­cher Mi­gran­ten. Sie hat aber auch eine grund­sätz­li­che Di­men­sion. Die vor­der­grün­di­ge Kri­tik ent­zün­det sich am un­an­ge­mes­se­nen Ver­hal­ten ei­ni­ger Asy­lan­ten und in Deutsch­land ver­blei­ben­der oder ge­dul­de­ter Mi­gran­ten. Es mag nicht häu­fig vor­kom­men, aber es „ver­brei­tet“ sich schnell auf dem Er­zähl­weg. Ich nen­ne auf­dring­li­ches Ma­cho-Ver­hal­ten, Miss­ach­tung von deu­tschen Frau­en, z. B. Ver­höh­nung von Hel­fe­rin­nen, die den Toi­let­ten­dreck der Mi­gran­ten ent­fer­nen, Dro­gen­han­del, Rem­pe­lei­en und Schlä­ge­rei­en, über­zo­ge­ne An­spruchs­hal­tung bei Be­hör­den und Ärz­ten, man­gel­haf­te Hy­gie­ne in den Un­ter­künf­ten, das Ver­drän­gen an­de­rer Eth­nien bis hin zur Drang­sa­lie­rung deutsch­stäm­mi­ger Kin­der in mehr­heit­lich mi­gran­ten­stäm­mi­gen Schul­klas­sen u.a.m.

Die grundsätzliche Dimension ist dagegen be­deu­ten­der. Es geht um den Cha­rak­ter un­se­res Lan­des, die Iden­ti­tät, die Sit­ten und die Rechts­ord­nung un­se­res Vol­kes, um un­se­re po­li­ti­sche Kul­tur und um un­se­re Selbst­be­stim­mung als Gast­ge­ber im ei­ge­nen Land. Wei­te Tei­le un­se­rer Be­völ­ke­rung, wahr­schein­lich eine Mehr­heit der deutsch­stäm­mi­gen Deut­schen, wol­len ihr Land, ihre Iden­ti­tät und das Sa­gen im ei­ge­nen Land be­hal­ten. Die­se Mehr­heit will kei­ne Auf­lö­sung der deu­tschen Na­tion in ei­ner eu­ro­päisch-asia­tisch-afri­ka­ni­schen Misch­be­völ­ke­rung und kei­ne Auf­lö­sung un­se­res Staats in ei­nem Eu­ro­pa-Staat.

Das haben wir Jahrzehnte lang so gesehen, und das ist uns ge­nau­so lang von un­se­ren Spit­zen­po­li­ti­kern ver­si­chert wor­den. Es hieß lan­ge Zeit, dass die Bun­des­repu­blik ein fö­de­ra­ti­ves Eu­ro­pa an­strebt; von ei­nem eu­ro­päischen Staats­volk und ei­nem Eu­ro­pa-Staat war nicht die Rede. Aber be­reits 1990 gab Herr La­fon­taine aus sei­ner da­ma­li­gen Ab­leh­nung der deu­tschen Wie­der­ver­ei­ni­gung und sei­ner Ab­leh­nung der da­mit ver­bun­de­nen Stär­kung Deutsch­lands die Ge­gen­rich­tung vor. Er sag­te in ei­nem Vor­trag:

„Wir wollen die Vereinigten Staaten von Eu­ro­pa. Des­halb müs­sen wir uns von dem völ­kisch ori­en­tier­ten Na­tio­nen­be­griff lö­sen.“

Dahingegen bekundete der Vizepräsident der EU Kom­mis­sion Sir Leon Brit­tan im Ok­to­ber 1996:

„Der deutsche Bundeskanzler Kohl hat uns zu­ge­sagt, dass er kei­ne Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Eu­ro­pa an­strebt, und dass die Na­tio­nen er­hal­ten blei­ben.“

Drei Jahre später Bundespräsident Rau:

„Eine Europäische Föderation wäre nicht dar­auf an­ge­legt, die Na­tio­nal­staa­ten ver­schwin­den zu las­sen.“ (4.11.1999).

Innenminister Schönbohm (Brandenburg):

„Ich glaube, die Nation ist ein ganz wichtiger Iden­ti­fi­ka­tions­rah­men in der Ge­schich­te, Schick­sals­ge­mein­schaft, Staats­volk, Kul­tur und ge­mein­sa­me Zu­kunfts­ge­stal­tung.“ (26.3.1999)

Die seit ein paar Jahren betriebene Ver­ge­mein­schaf­tung in­ner­halb der EU zielt aber ein­deu­tig auf einen ge­mein­sa­men Staat und auf eine Mi­schung der Lan­des­be­völ­ke­run­gen bis zum Ver­schwin­den ih­rer na­tio­na­len Ei­gen­schaf­ten und Iden­ti­tä­ten. Der 2014, wie von len­ken­der Hand ge­steu­ert, ein­set­zen­de Mi­gran­ten-Strom ver­än­dert nun auch das Staats­volk Deutsch­lands in ei­ner Ge­schwin­dig­keit, die kei­ne In­te­gra­tion und As­si­mi­la­tion der Neu­bür­ger mehr zu­lässt. Nach un­ge­fäh­ren UNHCR-Pro­gno­sen und ei­ner ge­naue­ren des Prof. für Mi­li­tär­de­mo­gra­phie, Hein­sohn, am NATO De­fense Col­lege (Rom) kom­men bis 2050 etwa 95 Mil­lio­nen Mi­gran­ten aus Af­ri­ka und aus dem Na­hen Osten auf Eu­ro­pa zu. Wenn sich ein Drit­tel da­von in Deutsch­land an­sie­delt, ver­än­dert das un­ser Staats­volk von Grund auf. Pi­kan­ter­wei­se er­in­nert die­ser Pro­zess an ei­nes der ame­ri­ka­ni­schen Kriegs­zie­le von 1945,

„Der Abschaffung der Reinrassigkeit in Deutsch­land“.

Sie, Frau Dr. Merkel, sagen heute:

„Deutschland und Europa werden sich ver­än­dern“.

Sie sagten aber noch im November 2004:

„Die multikulturelle Gesellschaft ist ge­schei­tert“

Ihre Anpassung in dieser Hinsicht zeugt von Re­sig­na­tion oder von Prin­zi­pien­lo­sig­keit. Bit­te ver­ste­hen Sie, dass ein gro­ßer Teil der deutsch­stäm­mi­gen Deut­schen Ih­ren Sin­nes­wan­del nicht mit voll­zie­hen kann und will. Vie­le Bür­ger wol­len, dass sie, ihre Kin­der und Kin­des­kin­der der do­mi­nie­ren­de Be­völ­ke­rungs­teil im ei­ge­nen Lan­de blei­ben.

Sie sehen in der anrollenden Völkerwanderung eine kal­te Ero­be­rung. Vie­le sind über­zeugt, dass die Wor­te un­se­res Alt­kanz­lers Schmidt der na­hen­den Rea­li­tät ent­spre­chen:

„Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Tot­schlag.“

Es gibt keine Vertretung der konservativen, das Staats­volk und die Rechts­ord­nung be­wah­ren­den Deut­schen mehr in den Volks­par­tei­en. Die­se Wäh­ler­grup­pe ist heu­te ohne Stim­me, und sie ge­hört in­zwi­schen mehr­heit­lich zu den Wahl­ver­wei­ge­rern. Die deu­tschen Po­li­ti­ker soll­ten die­sen Um­stand in ih­rem Will­kom­mens-Hype nicht über­se­hen, so wie die vie­len Wie­der­ver­ei­ni­gungs­geg­ner von vor 1998 und die Mehr­zahl der Me­dien die tat­säch­li­che Stim­mung für eine Wie­der­ver­ei­ni­gung falsch ein­ge­schätzt ha­ben. (Ab­leh­nend: La­fon­taine, Schrö­der, Bahr, Hans Jo­chen Vo­gel, Brandt, Böl­ling, Glotz, Stein­kühler, Josch­ka Fi­scher, Jür­gen Schmu­de u.a.m.) Bit­te ver­ken­nen Sie auch nicht, dass die häss­li­chen Ge­walt­ta­ten ge­gen Mi­gran­ten-Wohn­hei­me nur die un­schö­ne Spit­ze ei­nes un­ter Was­ser gro­ßen Eis­bergs se­riö­ser Sor­gen sind.

Belastungen contra Bereicherung

Regierung und Medien bemühen sich, der deu­tschen Be­völ­ke­rung den Zu­zug von Mi­gran­ten in gro­ßer Zahl als kul­tu­rel­le Be­rei­che­rung, als Hil­fen für den Ar­beits­markt und als Aus­gleich für den der­zei­ti­gen Be­völ­ke­rungs­schwund an­zu­prei­sen und eine „Ver­än­de­rung Deutsch­lands und Eu­ro­pas“ wie et­was Po­si­ti­ves er­schei­nen zu las­sen. Es wird ver­schwie­gen, dass die­se Vor­tei­le nur be­grenzt zu­tref­fen, und es wird vor al­lem völ­lig un­ter­schla­gen, dass der Zu­zug von Mi­gran­ten in gro­ßen Zah­len auch er­heb­li­che Nach­tei­le für die deut­sche Be­völ­ke­rung und den deu­tschen Staat mit sich bringt, dies vor al­lem, wenn der Mi­gran­ten-Zu­lauf wei­ter un­ver­min­dert an­hält. Es sein er­wähnt:

Zu der hier kritisierten Darstellung der Zu­wan­de­rungs­fol­gen durch Re­gie­rung und Me­dien muss man be­mer­ken, dass die gan­ze Lüge bei der hal­ben Wahr­heit an­fängt.

Asyl

Nach Artikel 16a des GG genießen „politisch Ver­folg­te“ Asyl­recht in Deutsch­land und für ab­ge­lehn­te Asyl­su­chen­de gibt es in be­stimm­ten Fäl­len Ab­schie­be­ver­bo­te. So­weit er­gän­zen­de Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen, Ge­set­ze und Ur­tei­le den Kreis der „po­li­ti­sch Ver­folg­ten“ er­wei­tert ha­ben, kön­nen die­se Ge­set­ze und Be­stim­mun­gen ge­än­dert wer­den und er­gan­ge­nen Ur­tei­len, auch des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, kön­nen in ei­ner neuen Lage neue Ur­tei­le nach­fol­gen. Auch bei frü­he­ren, an­de­ren Än­de­run­gen der po­li­ti­schen „Groß­wet­ter­la­gen“ hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das GG neu in­ter­pre­tiert und der Bun­des­tag in Grund­satz­fra­gen Kehrt­wen­dun­gen ge­macht, z. B. zu den Bun­des­wehr­ein­sät­zen im Aus­land.

Durch den 2015 einsetzenden Massen-Ansturm von Mi­gran­ten ist wie­der eine neue Groß­wet­ter­la­ge für Deutsch­land ent­stan­den. Die Zahl der Asyl­an­trä­ge ist sprung­haft an­ge­stie­gen. Zwei Drit­tel der ab­ge­lehn­ten An­trag­stel­ler ge­hen mit Be­ru­fun­gen in den oft Jah­re dau­ern­den Ge­richts-In­stan­zen­weg. Deut­sche Ge­rich­te kön­nen sich we­gen der Über­la­stung nur noch un­zu­rei­chend mit den Rechts­ver­fah­ren deut­scher Par­tei­en be­fas­sen. Hohe Pro­zess- und Dol­met­scher­ko­sten be­la­sten den deu­tschen Steu­er­zah­ler. Die ver­ur­sach­te jah­re­lan­ge Dau­er der Asyl­ver­fah­ren führt in der Re­gel an­schlie­ßend zur Auf­ent­halts­dul­dung der An­trag­stel­ler oder die­se tau­chen mit gro­ßer Mehr­heit un­ter, um ei­ner Ab­schie­bung zu ent­ge­hen. Ab­schie­be­hin­der­nis­se sind oft nicht zu über­prü­fen oder sie sind frag­wür­dig.

Warum z. B. dürfen junge Eritreer, die ihren lan­gen Na­tio­nal­dienst im Hei­mat­land nicht lei­sten wol­len, nur des­halb nicht ab­ge­scho­ben wer­den, weil sie bei Rück­kehr da­für be­straft wür­den. In­ter­net­por­ta­le ge­ben Ar­gu­men­ta­tions­hil­fen für Asyl­an­trä­ge. An­ga­ben über Her­kunfts­staa­ten sind oft nicht zu ve­ri­fi­zie­ren. Sy­ri­sche Päs­se wer­den ge­han­delt. So ist eine Grau­zo­ne um ein ed­les Grund­recht ent­stan­den, in der deut­sche Dienst­stel­len für Asyl­ver­fah­ren und Ge­rich­te jetzt und vor­her­seh­bar in Zu­kunft über­for­dert sind. Po­li­ti­ker-Aus­sa­gen wie, „Asyl hat kei­ne Ober­gren­ze“ oder „Wir wol­len Asyl­recht nicht ver­schär­fen. Wir wol­len frei­wil­lig zu­rück­füh­ren“ sind an­ge­sichts der La­ge­ent­wick­lung welt­fremd. Das Asyl­recht soll, wie im GG for­mu­liert, Be­stand ha­ben, aber die deut­sche Asyl- und Ab­schie­be-Pra­xis müs­sen der neuen Lage an­ge­passt wer­den.

Ich bitte Sie, eine Änderung der Gesetze und Be­stim­mun­gen zu er­wir­ken, die den Kreis der an­er­kann­ten Asy­lan­ten wie­der auf wirk­lich „po­li­ti­sch Ver­folg­te“ be­grenzt, wie das GG es vor­sieht, eine Än­de­rung, die Ab­schie­be­ver­bo­te auf dro­hen­de Le­bens­ge­fahr be­grenzt und Be­ru­fun­gen und Re­vi­sio­nen zu den Ver­fah­rens-Erst­ent­schei­dun­gen aus­schließt.

Europäische Lösung

Eine nachhaltige Lösung, die inzwischen nicht mehr be­herrsch­ba­re Völ­ker­wan­de­rung nach Kern-Eu­ro­pa zu be­en­den, muss eine euro­pä­ische Lö­sung sein. Ein „Eu­ro­päischer Ver­tei­ler­schlüs­sel“ für Mi­gran­ten ist aber kei­ne Dau­er­lö­sung für das ei­gent­li­che Pro­blem. Er ist au­ßer­dem ein il­le­gi­ti­mer Ein­griff in die Sou­ve­rä­ni­tät der eu­ro­päischen Staa­ten. Auch die bis­he­ri­ge, nach­gie­bi­ge deut­sche Hal­tung ge­gen­über der Mi­gran­ten-Wan­de­rung ist un­ter den 28 EU Staa­ten, wie sich zeigt, nicht kon­sens­fä­hig. So wie ein deut­scher EU-Ab­ge­ord­ne­ter ge­for­dert hat, dass Deutsch­land ein Vor­bild als Auf­nah­me­land ge­ben soll „und den an­de­ren an­bie­ten soll, sich an­zu­schlie­ßen“, so for­de­re ich, dass Deutsch­land mit ei­ner zu­kunfts­fä­hi­gen, strin­gen­ten Hal­tung ein Vor­bild für ein Un­ter­bin­den der Völ­ker­wan­de­rung setzt, das die an­de­ren EU Staa­ten zum Mit­ma­chen an­reizt. Die er­kenn­ba­re Ten­denz un­ter an­de­ren EU Staa­ten ist dazu bei Groß­bri­tan­nien, Frank­reich, Po­len, Dä­ne­mark, Est­land, Lett­land, Li­tau­en, Tsche­chien, Slo­wa­kei, Un­garn, Slo­we­nien, Bul­ga­rien, Grie­chen­land, Ita­lien und ver­mut­lich wei­te­ren Staa­ten vor­han­den.

Der damalige Bundespräsident Johannes Rau hat 1999 in ei­ner be­deu­ten­den Rede ge­for­dert, die deut­sche Eu­ro­pa-Po­li­tik sol­le sich auch an den Vor­stel­lun­gen un­se­rer eu­ro­päischen Nach­barn orien­tie­ren. Heu­te for­dert ein Lan­des-Mi­ni­ster­prä­si­dent:

„Nicht wir müssen uns von Positionen ver­ab­schie­den, son­dern die an­de­ren.“

Ich neige Altpräsident Rau zu. Viele andere Re­gie­run­gen mit schwie­ri­gen Er­fah­run­gen mit Mas­sen­zu­wan­de­run­gen aus ih­ren frü­he­ren Ko­lo­nien oder mit gro­ßen eth­ni­schen Min­der­hei­ten se­hen die auf sie zu­kom­men­den Pro­ble­me, die eine neue Zu­wan­de­rung für ihre Län­der mit sich bringt, rea­li­sti­scher und äu­ßern sie ehr­li­cher als die Mehr­heit der deu­tschen Po­li­ti­ker.

Deutschen Politikern ist eine Klarsicht in der Mi­gran­ten-Fra­ge nach ih­ren vie­len Fehl­pro­gno­sen und nicht ein­ge­hal­te­nen Ver­spre­chun­gen vor der Wie­der­ver­ei­ni­gung, vor der Ein­füh­rung des Euro und zu Be­ginn der Grie­chen­land-Fi­nanz­kri­se nicht mehr zu­zu­trau­en. Auch in­so­fern ist der Vor­wurf des un­ga­ri­schen Mi­ni­ster­prä­si­den­ten nicht un­be­rech­tigt, die Mas­sen­zu­wan­de­rung sei ein deut­sches Pro­blem. Deutsch­land hat seit vie­len Jah­ren welt­weit sig­na­li­siert, dass Zu­wan­de­rer will­kom­men sind, und zwar un­ter­schieds­los.

Der augenblickliche Beifall des ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten und des eng­li­schen Mi­ni­ster­prä­si­den­ten zur plötz­li­chen Grenz­öff­nung für die in Un­garn „auf­ge­stau­te“ Mi­gran­ten-Men­ge be­legt nicht das Ge­gen­teil. Bei­de Prä­si­den­ten ha­ben ein In­te­res­se an ei­ner wei­te­ren Durch­mi­schung und Des­in­te­gra­tion der deu­tschen Be­völ­ke­rung und da­mit an ei­ner Schwä­chung Deutsch­lands ge­gen­über ih­ren ei­ge­nen Staa­ten. Deutsch­land muss in der EU eine Vor­rei­ter­rol­le für ein Un­ter­bin­den der Völ­ker­wan­de­rung über­neh­men und nicht wei­ter auf eine EU Ent­schei­dung war­ten.

Unzulängliche und ungeeignete Vorschläge

Die augenblicklichen Bemühungen der Kom­mu­nen, Län­der, des Bun­des und der EU rich­ten sich auf die Be­wä­lti­gung der der­zei­ti­gen Mi­gran­ten-Zu­wan­de­rung. Ob­wohl er­kenn­bar ist, dass der heu­ti­ge Mi­gran­ten-Strom der Be­ginn ei­nes Dau­er­zu­stands ist, ist nir­gend­wo in der Po­li­tik ein An­satz zu ei­ner nach­hal­ti­gen Lö­sung des Pro­blems zu er­ken­nen. So gut wie kein Po­li­ti­ker zeigt bis­her die Weit­sicht und die Cou­ra­ge, un­ser neu­es Dau­er­pro­blem an­zu­spre­chen und nach­hal­ti­ge Lö­sun­gen zur Be­en­di­gung der neuen Völ­ker­wan­de­rung vor­zu­schla­gen und sie an­zu­stre­ben. Die nach­fol­gen­den Vor­schlä­ge aus den Rei­hen deut­scher Po­li­ti­ker und Par­tei­en sind al­le­samt un­taug­li­che Ver­su­che, das ei­gent­li­che Pro­blem zu lö­sen und der of­fen­sicht­li­che Ver­such, von ihm ab­zu­len­ken:

Vorwurf und Bitte

Was wollen Sie der deutschen Bevölkerung noch al­les zu­mu­ten? Rei­chen die ver­spiel­ten Mil­liar­den für die Grie­chen­land-Fi­nanz­hil­fen und die mei­ner Mei­nung nach da­mit be­gan­ge­ne Kon­kurs­ver­schlep­pung nicht? Ist Ih­nen die Ver­kaufs­zahl für das Sar­ra­zin-Buch „Deutsch­land schafft sich ab“ mit 1,5 Mil­lio­nen Ex­em­pla­ren in kür­ze­ster Zeit kei­ne War­nung ge­we­sen? Wol­len Sie die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen in un­se­rem Land noch mit wei­te­ren Trans­fer­lei­stun­gen und So­zial­ko­sten be­la­sten? Schre­cken Sie die rund 50% Nicht­wäh­ler nicht, die Ih­nen bei je­der Wahl den Rü­cken zei­gen? Wol­len Sie Ihre po­li­ti­sche Le­gi­ti­ma­tion durch einen wei­te­ren An­stieg der Nicht­wäh­ler-Pro­zen­te wei­ter un­ter­gra­ben?

Ich bitte Sie dringend, zu erwirken,

Bitte schieben Sie das Problem nicht in Er­war­tung ei­ner EU-ein­heit­li­chen Lö­sung vor sich her. Ge­hen Sie vo­ran. Sie kön­nen si­cher sein, dass sich vie­le EU Staa­ten schnell der vor­ge­schla­ge­nen Re­ge­lung an­schlie­ßen wer­den, und dass die sehr um­strit­te­ne euro­pä­ische Quo­ten­re­ge­lung da­mit bald ob­so­let sein wird.

Sie sind eine deutsche Politikerin und zuerst dem Woh­le des deu­tschen Volks ver­pflich­tet, und Sie soll­ten nicht ver­su­chen, mit dem Drän­gen auf eine Quo­ten­re­ge­lung schon wie­der den „EU-Schwar­zen Pe­ter“ in die Hand zu neh­men.


Letzte Änderung am 26.9.2015
© Steffen Buhr